Öffentliche Bibliotheken 2026: Stand und Entwicklung

[Als „Bericht des Bureau für Bibliothekswissenschaft“- 07]

Gesamter Bericht weiter unten oder E-LIS: [kommt, wenn freigeschaltet]


Wie schon in den fünf zurückliegenden Jahren wurden für diesen Status Quo-Bericht über die Öffentlichen Bibliotheken im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein) 50 zufällig gezogene Jahresberichte solcher Einrichtungen ausgewertet (die alle 2026 veröffentlicht wurden und sich auf das Jahr 2025 bezogen). Durch diese Jahresberichte wird sichtbar, was Bibliotheken als wichtig erachten und als Teil ihrer Arbeit ansehen; durch das Zusammenführen von 50 Berichten werden zudem Trends sichtbar, die über die Entwicklung einer Bibliothek hinausgehen. Dadurch, dass diese Studie auch in den letzten Jahren durchgeführt wurde, lassen sich zusätzlich längerfristige Entwicklungen beschreiben. Gleichzeitig stellen Jahresberichte immer nur eine Quelle dar, die zusammen mit anderen Quellen (Bibliotheksstatistiken, bibliothekarische Fachliteratur, Bibliotheksstrategien, bibliothekswissenschaftlicher Forschung etc.) gelesen werden müssen.

Die Berichte zeigen, dass Öffentliche Bibliotheken im DACH-Raum grundsätzlich gut aufgestellt sind. Sie beschreiben ihre Aufgaben ungefähr gleich, aber immer doch ein wenig unterschiedlich. Zudem fokussieren sie in den Jahresberichten auf folgende Themen:

  • Bestand (wobei gedruckte Medien, insbesondere Bücher, trotz aller Medienvielfalt in den Beständen überwiegen)
  • Nutzung im Sinne von Ausleihen, Besuchen und der Zahl der aktiven Nutzer*innen
  • Veranstaltungsarbeit (wobei es weit mehr Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, mit einem Fokus auf Kinder, gibt, als Veranstaltung für Erwachsene), insbesondere solchen, die mit Literatur zu tun haben (Lesungen, Vorlesen, Ferienleseclubs, Bilderbuchkinos etc.)
  • Professionelle Arbeit der Bibliotheken (z.B. absolvierte Fortbildungen, Personal, Etat)

Die Bibliotheken zeigen weiterhin immer wieder lokale Unterschiede. “Unterhalb” der gemeinsame Themen versuchen praktisch alle Bibliotheken, noch besondere Veranstaltungen anzubieten, andere Themen als die Literatur aufzugreifen etc. Aber dabei fallen offenbar Themen, die in den letzten Jahren in der Fachliteratur besprochen wurden, auch immer wieder aus dem Angebot der Bibliotheken heraus – wohl weil sie nicht so nachgefragt sind oder sich doch nicht in den Arbeit der Bibliotheken einfügen, wie die «etablierten» Veranstaltungen. An sich haben die Jahresberichte oft Schwerpunkte, die nicht mit denen übereinstimmen, die oft in der bibliothekarischen Fachliteratur besprochen werden. (Dies hat sich in den letzten Jahren nicht verändert.)

Als neue Entwicklungen sind zu nennen:

  • Bei den existierenden Social Media-Kanälen wird jetzt Instagram öfter benutzt als andere Kanäle.
  • Die Zahl der Buchclubs / Lesekreise etc., welche von Öffentlichen Bibliotheken betrieben wird, nimmt zu.
  • Bibliotheken scheinen leicht mehr als bisher, an Veranstaltungen der jeweiligen Gemeinde ausserhalb ihrer Bibliotheksräume teilzunehmen.
  • Themen wie Nachhaltigkeit, MINT-Förderung oder Makerspaces, die in den letzten Jahren noch wichtiger waren, tauchen jetzt weniger oft in den Jahresberichten auf.

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