Öffentliche Bibliotheken 2021: Stand und Entwicklung – Bericht

[Als Nummer 01 der losen Reihe “Berichte des Bureau für Bibliothekswissenschaft”]

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Zusammenfassung

Für diesen Bericht wurden 50 zufällig gezogene, für die Öffentlichkeit publizierte Jahresberichte von Öffentlichen Bibliotheken (jeweils die aktuellste Ausgabe) aus dem DACH-Raum ausgewertet, um den Stand und die Entwicklungen in Bibliotheken nachzeichnen zu können. Zudem werden Hinweise zur zukünftigen Entwicklung gegeben. Mit der Randomisierung wurde erreicht, dass Bibliotheken aus verschieden grossen und infrastrukturell ausgestatteten Gemeinden einbezogen wurden.

Es gibt keine allgemeinen Vorgaben dazu, wie Jahresberichte zu gestalten sind. Insoweit leben sie davon, dass Bibliotheken selber entscheiden, was sie in diesen als berichtenswert empfinden. Interessant für diesen Bericht ist deshalb allem, wenn mehrere Einrichtungen unabhängig voneinander das Gleiche berichten.

Festgestellt werden konnte:

  • Bibliotheken ändern sich kontinuierlich, aber weiterhin auf der Basis etablierter Angebote im Bereich Medienverleih, Lesen und mit einem starken Fokus auf die Altersgruppen der Kinder und Jugendlichen (inklusive Schulen und Kindergärten). Der Grossteil der Ressourcen fliesst offenbar in diese Angebote.
  • Gleichzeitig etablieren sich Angebote, die sich leicht an diesen Kern andocken lassen. Zum Beispiel sind “Lesesommer” so verbreitet, dass sie in den Jahresberichten gar nicht mehr erklärt werden, obwohl sie vor rund zehn Jahren noch als neu galten. Tonnies werden von vielen Bibliotheken aktuell neu ins Programm genommen, vielleicht auch, weil sie sich über die gleichen Anbieter erwerben lassen, wie andere Medien und weil sie ohne Probleme in die Bibliothekskataloge integriert werden können.
  • Andere Themen, die sich stark in der bibliothekarischen Literatur finden lassen, werden in Bibliotheken ebenso umgesetzt, aber nicht so stark und verbreitet, wie das vielleicht zu erwarten wäre. Dies gilt ganz stark für Makerangebote; MINT-Förderung oder Citizen Science. Interessanter ist, dass viele Bibliotheken zusätzlich besondere Angebote entwickeln, die sich nicht in anderen Bibliotheken verbreitet finden. Jede Bibliothek ist besonders, aber mit einem ähnlichen Kern.
  • Bibliotheken professionalisieren sich und sie sind immer wieder in der Lage, Mittel für Um- und Neubauten sowie Umgestaltungen im Raum – zum Beispiel für neue Bereiche – zu mobilisieren. Die Jahresberichte vermitteln das Bild eines gut aufgestellten Bibliothekswesens, auch wenn die Dynamik etwas eingeschränkt scheint.
  • Geprägt war das Jahr 2020, auf das sich die meisten der ausgewerteten Jahresberichte beziehen, erwartungsgemäss von der COVID-19 Pandemie. Interessant zu beobachten war in den Jahresberichten, dass die meisten Bibliotheken dabei ähnlich reagierten: Mit der Ermöglichung der Ausleihe, soweit wie irgend möglich, und dem Ausbau des Zugangs zu elektronischen Medien. Offenbar gibt es einen etablierten Kern bibliothekarischer Arbeit, der in der Krise mobilisiert wurde.

In der Praxis sollte vor allem die Professionalisierung aktiv vorangetrieben werden. Bibliotheken sollten wissen, was sie tun, warum sie es tun und dann genau das weiterentwickeln, was sinnvoll für sie ist. Sie können das selbstbewusst tun.


Gesamter Bericht:

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